DABaby

Das etwas andere Baby-Tagebuch

Vorfreude

September 8th, 2015 by admin

Mal abgesehen davon, dass ich mich darauf freue, endlich mein Baby in den Armen zu halten, gibt es noch eine Menge mehr, auf das ich mich freue:

  • Nachts wieder verschiedene Schlafpositionen zur Verfügung haben. Kurz und mit Unterbrechungen, aber ohne Schmerzen schlafen.
  • Wieder Gefühl in allen Fingern haben.
  • Mit Seraphin kuscheln, ohne auf den Bauch achten zu müssen.
  • Seine Füße (und andere Körperteile) sehen und auch ohne Mühen drankommen!
  • Salami und Zwiebelmett (am Anfang ohne Zwiebeln) essen…
  • Kaffeeeeee. Muss noch bis nach dem Stillen warten.
  • Ohne anzustoßen an den Tisch ranrücken, am Steuer sitzen.
  • Achterbahn fahren - ja, das fehlt mir wirklich.
  • Mal ohne nachdenken eine Kopfschmerztablette nehmen.
  • Etwas besonders Schönes als Paar zu tun, zu dem man keine Lust hat, wenn einem ein dicker Medizinball am Bauch nervt. Ihr wißt schon, was ich meine, das,was überhaupt zum Medizinball am Bauch geführt hat :-)
  • Laufen ohne sich wie ein Bulldozer oder ein gestrandeter Wal zu fühlen.
  • Einigermaßen nachvollziehbare Gefühlswelt - da muss man nach der Geburt noch eine Weile drauf warten.

Aber ich werde auch Vieles vermissen:

  • Mein kleines privates Bauchtischchen auf dem Sofa, auf dem ich problemlos Teller und Becher abstellen kann. Bei Bechern besteht allerdings Tritt- und damit Verschüttgefahr.
  • Das Treten im Bauch. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl, das Baby im Bauch zu fühlen. Die Tritte in die Blase und das Drücken auf den Muttermund sind unangenehme Randerscheinungen, der Rest ist einfach toll.
  • Äpfel und sonstiges Obst essen - in der Schwangerschaft war meine Fructoseunverträglichkeit auf ein Minimum reduziert.
  • Hemmungslos schlemmen, ohne dass man Reue zeigen muss. Auch eine Extraportion Eis wird Schwangeren irgendwie leichter zugestanden.
  • Dass Seraphin meinem Bauch etwas vorsingt oder den Bauch knutscht.
  • Die Ruhe am Esstisch oder im Restaurant… und natürlich nachts.

Wie auch immer: Es ist ein fairer Tausch, den man in einer Entbindungsklinik macht.

Ach du scheiiiiiiße….

September 7th, 2015 by admin

… sollte man kurz vor der Entbindung niemals rufen, wenn der Göttergatte noch auf dem Klo weilt. Fazit: Mann kommt mit noch offener Hose angerannt, kreidebleich: Was ist los?!

Und ich kriege einen Riesen-Anschiss, weil ich vor dem TV hocke und nur deshalb schreie, weil Schottland in der EM-Quali gegen Deutschland einen Freistoss bekommt. Voll sorry *schäm*

Erinnert mich aber daran, wie ich neulich vom Sofa aufstehe, in etwas Nasses trete und mir entfährt “Oh, ist meine Fruchtblase geplatzt?” Andreas kriegt einen Riesenschreck, springt senkrecht vom Sessel auf (der gerade vor der PS3 daddelte). Ich fühle kurz untenrum und stelle fest, dass ich beim Einschütten meines Wasserglases nur ein wenig geschweinert hatte. Andreas (kreidebleich) völlig außer sich ;-)

Endspurt

August 30th, 2015 by admin

So, da ich bei Seraphin auch kurz vorher einen Bericht des Jammerns abgegeben habe , will ich das nun für Nummer zwei auch mal tun (dürfen).

Langsam neigen sich meine Kräfte dem Ende zu. Wo fange ich denn an?!

Mein Bauch ist überdimensional und hat gefühlt die Ausmaße eines Gymnastikballs (diese großen grünen vom Physiotherapeuten). Da er fast ausschließlich nach vorn gewachsen ist, wirkt er besonders groß. Anziehen ist eine schweißtreibende akrobatische Übung, wobei Akrobatik mit so einem Bauch gar nicht drin ist.

Leider habe ich auch ziemlich fiese und heftige Wassereinlagerungen. Die schmerzen inzwischen nicht nur, sondern machen inzwischen auch drei Finger an meiner rechten Hand dauertaub, da das Wasser auf die Nerven drückt. Ich weiß nun, wie es meinem Opa mit Gicht und Rheuma in den Händen ergangen ist. Versucht mal, mit tauben Fingern ne Milchtüte aufzumachen und euch etwas einzuschenken. Davon abgesehen, dass ich mich kaum noch runterbeugen kann, geht es nun auch nicht mehr, in die Hocke zu gehen oder sich auf den Knien abzustützen, weil die ebenfalls durch das Wasser so schmerzen. Und ja, meine Füße und Beine sind elefantös angeschwollen.

Danke meiner merkwürdig aussehenden, aber höchst effektiven Anziehhilfe, bleibt es mir erspart, dass mir Andreas die Kompressionsstrümpfe anziehen muss. Ausziehen allein geht aber fast gar nicht bzw. nur unter ganz großer Anstrengung. Dafür habe ich Seraphin, der mit Sicherheit ein toller Krankenpfleger wäre und mir immer gern dabei hilft.
Leider muss ich die Strümpfe schon seit März/April tragen und so ist die Haut an den Beinen inzwischen dünn wie Papier. Sobald ich mich kratze (Mückenstiche und nächtliches Jucken durch Wasser), wird es meistens gleich blutig. Nicht schön.
Und die Strümpfe sind lästig und unangenehm - natürlich.

Schlafen. Ach ja, das geht schon lange nicht mehr gut, hat aber jetzt noch einmal einen ziemlichen Tiefpunkt erreicht. Das größte Problem: Es gibt wirklich keine bequeme Position mehr. Auf dem Rücken geht nicht, weil da die Bauchhohlvene abgeklemmt wird. Auf der Seite geht auch nicht, da dann je nach Lage entweder der Beckennerv oder der Beinnerv abgedrückt wird. Auf dem Bauch schlafen? Guter Witz!
Man wacht also regelmäßig spätestens alle 30 Minuten auf, um die Lage zu wechseln bis das nächste schmerzt.
Hinzu kommt das absolut infernalische Schmarchen (meinerseits), das nicht nur Andreas, sondern auch mich am Schlafen hindert. Andreas kann den Raum wechseln, ich kann leider nicht vor mir weglaufen und schlafe durch schlechtes Atmen extrem unerholt. Dazu wache ich regelmäßig auf und bin dann für etwa eine Stunde wach. Ich denk mal, das letzte hat die Natur so eingerichtet, damit man sich schon mal an die nächtlichen Fütterungszeiten gewöhnt. Wachzeiten kann ich gut mit PSP-spielen überbrücken, auf den Rest der Beschwerden kann ich getrost verzichten.

Nochwas? Sodbrennen, dauernd auf Toilette müssen - das ist eigentlich schon Standard und noch irgendwie auszuhalten.

Vor etwa 6 Wochen haben mir noch viele gesagt, wie strahlend ich aussehe, nun ernte ich nur noch mitleidige Blicke. Aber was solls?! Ich freue mich auf Ingrid (unser Codename bis zur Enthüllung) und tu es gern für sie!

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